Cover2
Paradiesgärtlein
Büchertisch
Wege eines Landes
Informationen über Buchtitel 
von Renate Krüger

Mecklenburg - Wege eines Landes

Eine landeskundliche Studie

© 2005

Der Titel "Mecklenburg.Wege eines 
Landes" ist im Buchhandel 
erhältlich. 
ISBN 978-3-939198-03-1
Preis ? 17.95   Kaufklick

Landschaft an der Müritz1. Annäherungen an ein Land

An Darstellungen mecklenburgischer Kultur und Geschichte fehlt es nicht, wohl aber an Nachdenklichkeiten darüber, was und wie denn nun wohl das Mecklenburgische sei. Mecklenburg - das klingt für die einen wie Ultima Thule, der letzte bewohnte Ort kurz vor dem ewigen Eis, für die anderen nach Sommer, Sonne, weiten Feldern und Weideflächen, nach Backsteinrot, Baumgrün, Himmels- und Wasserblau. mehr....

Das Doberaner Münster2. Vom Holztempel zur Backsteingotik

Undurchdringliches Dunkel liegt über der allmählichen slawischen Besiedlung des Gebietes, aus dem sich Mecklenburg entwickelte, heutigen Denkgewohnheiten und -möglichkeiten nur schwer zugänglich. Die Gestalt der slawischen Stammesverbände wird erst erkennbar, als sie bereits voll ausgeprägt war und im Begriff stand, sich weiter auszudifferenzieren. Vor den Slawen hatten Germanen die südlichen Ostseeländer bewohnt und unübersehbare, eindrucksvolle Lebens-Zeichen, die Großsteingräber, aufgerichtet, vom Volksmund heute noch unwissenschaftlich aber ehrfurchtsvoll als Hünengräber bezeichnet, wie man sie bei Groß Stieten, Naschendorf oder Boitin findet. Die Nachfahren der hier bestatteten Toten hatten das Land verlassen, und die Gründe, die dazu führten, sind nicht einmal in Mythologie oder Sagenwelt eingeflossen.  mehr....

Fürst Nikolot am Schweriner Schloss3. Ein Staat entsteht

Waldemar I., 1157 zum dänischen König erhoben, wandte sich an Heinrich den Löwen mit der Bitte, ihn vor den räuberischen Überfällen der Wenden zu schützen. Im Jahre 1159 versprachen die slawischen Fürsten in den mecklenburgischen und vorpommerschen Regionen zwar dem sächsischen Herzog, ihre Raubzüge einzustellen, brachen jedoch die Übereinkunft bald wieder. Waldemar I. besetzte daraufhin Rügen und Pommern. Heinrich der Löwe rückte 1160 mit einem Heer nach Mecklenburg ein. mehr....

Ansicht von Rostock4. Die Kultur der Hanse

Die Spuren der Hanse sind nicht nur reichlich und leicht erkennbar, sondern erfreuen sich auch nach wie vor einer besonderen Wertschätzung, wie zahlreiche alte und neue Namensgebungen von “FC Hansa“ bis zum “Hanseblick“ und “Hansedom“ beweisen. Wie war es zum Bündnis der Hanse gekommen? Mit der Ausbreitung der deutschen Siedlung im Osten stieg auch der Anteil deutscher Kaufleute am See- und Binnenhandel. Im 12. Jahrhundert waren es zunächst Kaufleute aus Köln, die in London ein Handelskontor mit besonderen Privilegien errichten durften und auf ihren Schiffen bis nach Dänemark fuhren. Händler aus Bremen knüpften vor allem enge Beziehungen zu Skandinavien. Über den großen Umschlagplatz Schleswig war der Nordseehandel mit der Ostsee verbunden. mehr....

Rostocker Ansicht von Vicke Schorler5. Die Stände

In Mecklenburg regierten bis 1918 die Nachfahren des Obotritenfürsten Niklot. Da alle männliche Erben Anspruch auf das Erbe erheben konnten, wurde die Herrschaft mehrfach geteilt. Die Thronfolge des Erstgeborenen wurde erst 1701 rechtlich festgelegt. In der Mitte des 13.Jahrhunderts gab es auf dem Gebiet des späteren Mecklenburg die niklotischen Herrschaften Mecklenburg, Parchim, Rostock und Werle. Daneben bestanden die Grafschaften Ratzeburg, Schwerin und Dannenberg und die Bistümer Ratzeburg und Schwerin. In Vorpommern herrschte bis zum Tode Bogislaws XIV. 1637 das Geschlecht der Greifen. mehr.....

Der Apostel Jakobus aus einer Ölberggruppe6. Das geistige Leben

Das geistige Leben zeigte sich auch im mecklenburgischen Mittelalter vor allem als Spiritualität, als Frömmigkeit. Daneben entwickelten sich spärliche historiographische und juristische Ebenen. Einer der ersten, der als Kreuzfahrer und Pilger in ferne Länder aufbrach, war der Obotritenfürst Heinrich. Man findet ihn in Begleitung seiner Frau Anastasia 1267 erstmals in Livland. Dort wurde ihm ein Sohn geboren, den man später nach dem Vorbild des Welfenherzogs Heinrich den Löwen nannte. Es ist überliefert, dass Fürst Heinrich auf einem Schlachtfeld ein dreijähriges Mädchen rettete und sie mit nach Mecklenburg brachte. mehr...

Eine Sekiote aus der niederdeutschen  Bugenhagen-Bibel7. Die Reformation

Kennzeichnend für die Zeit des späten Mittelalters wurde der starke Einfluss der Herzöge auf kirchliche Strukturen, so auf die Besetzung der Bischofsstühle und die Angelegenheiten der Klöster. Der kirchliche Besitz musste immer öfter die anspruchsvolle Versorgung der nachgeborenen Herzogsöhne sichern helfen. Die kirchlichen Entscheidungsträger gerieten in immer größere Abhängigkeit von den weltlichen Mächten, und ihr eigenständiges Handeln wurde erschwert. Die Verweltlichung nahm zu, Besitz- und Machtgier wuchsen auch bei den Geistlichen. In diesem Spannungsfeld konnte sich reformatorisches Gedankengut leicht ausbreiten. mehr....

8. Bildung und Missingsch

Eines der wesentlichen Anliegen der Reformation war die Ablösung der lateinischen Kultsprache durch die Landessprache, also das Niederdeutsche, war die Förderung des Identifizierungsprozesses auf geistigem Gebiet. Dass sich bald danach eine neue Sprachproblematik, nämlich die Schwelle zum Hochdeutschen, ergeben würde, ließ sich nicht von vornherein absehen und erwies sich als hemmend. Die sächsische Kanzleisprache, das Hochdeutsche, breitete sich aus. Da man sie mit Meißen in Verbindung brachte, wurde sie als „Missingsch" bezeichnet. Das Niederdeutsche wurde allmählich zur Zweitsprache. mehr....

Wallenstein9. Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen

Die Blüte der Reformation wurde durch die dreißigjährigen konfessionellen Kriege geknickt, und über Mecklenburg ging die erste große Walze eines Krieges, der das Land nahezu auslöschte, seine Entwicklung auf Jahrzehnte unterbrach und auf einen absoluten Nullpunkt zurückwarf. Dabei hatte es zunächst nach Glanz und Aufschwung ausgesehen, denn Wallenstein, für zwei Jahre mecklenburgischer Herzog, entfaltete auf Schloss Güstrow eine Hofhaltung, die einen Vergleich mit dem Kaiserhof nicht zu scheuen brauchte. Hier entstand zum ersten Mal der Plan eines Zusammenschlusses von Mecklenburg und Vorpommern.mehr....

Kirche in Ludwigslust10. Das 18.Jahrhundert

Das 18.Jahrhundert begann in Mecklenburg damit, dass nach einem längeren, komplizierten Vorlauf im Jahre 1701 ein zweiter mecklenburgischer Staat entstand, nämlich Mecklenburg-Strelitz, das Territorium des alten Landes Stargard. Dieses Gebiet hatte eine andere Entwicklung hinter sich als der Bereich Mecklenburg-Schwerin. Die Erschließung und Besiedlung war größtenteils von Brandenburg aus erfolgt. So erhielt denn auch die größte Ansiedlung in diesem Gebiet den Namen Neubrandenburg. In der Baukunst finden sich viele Anklänge an die brandenburgische Backsteingotik, besonders in der Giebelgestaltung und in der Putzornamentik. In der Politik spielte immer wieder die Abgrenzung gegen Pommern eine Rolle.      mehr...

11. Die Verfassung des Landes

Der mecklenburgische Grundbesitz war im wesentlichen an drei Herrschaftsstrukturen gebunden, an die adligen und später auch bürgerlichen Großgrundbesitzer, an die Städte (und die Kirche) und als Domanium an den Landesherrn. Zu bemerken ist, dass die besten, die ertragreichsten Ländereien den Junkern gehörten, während der Herzog vor allem über mittelmäßige oder schlechte Böden verfügte, so etwa die sandige „griese Gegend“ in Südwestmecklenburg. Dennoch lebten Bauern, Häusler und Büdner im Domanium vergleichsweise besser als die Tagelöhner unter den reichen Großgrundbesitzern und entwickelten ein eigenes Lebensgefühl, ja eine eigene Kultur. Immer wieder kam es vor, dass Landarbeiter aus dem „Ritterschaftlichen" ins Domanium flohen. mehr....

Das Ludqwigsluster Schloss12. Herzog Friedrich der Fromme

Nach langen erfolglosen Kämpfen gegen die Machtansprüche der mecklenburgischen Ritterschaft zog sich Herzog Christian Ludwig II. ins herzogliche Privatleben zurück und sammelte Gemälde, Kupferstiche und Jagdtrophäen. Auch liebte er Schauspiele und Konzerte und wechselte häufig die Residenz. Nach seinem Tode im Jahre 1765 verlegte der neue Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin die Residenz in das Jagdschloss Klenow mitten in der „griesen Gegend“, das er zu Ehren seines Vaters in Ludwigslust umbenannte. Die meisten Fürsten des 18.Jahrhunderts hatten ihren Wohnsitz von der Landeshauptstadt getrennt. Der französische König residierte in Versailles, der preußische in Potsdam. Die mecklenburgischen Regierungsbeamten jedoch mussten auch weiterhin in Schwerin arbeiten und durften am Ludwigsluster Idyll nur bedingt teilnehmen. Herzog Friedrich fuhr regelmäßig nach Schwerin, empfing Bittsteller und leistete Unterschriften. mehr....

Luisen-Mausoleum in Ludwigslust13. Das Mecklenburg-Bild bei Johann Christian Friedrich Wundemann

Seit dem Ende des 18.Jahrhunderts entwickelten sich in zaghaften, aber durchaus wahrnehmbaren Ansätzen auch in Mecklenburg Spuren einer bürgerlichen Struktur von Beamten und Handwerkern, Kaufleuten und Pächtern, Künstlern und Intellektuellen. Ihre Interessen und Bedürfnisse fanden in dem Walkendorfer Pfarrer Johann Christian Wundemann einen liebenswürdigen und kenntnisreichen Wortführer. Im Jahre 1762 in Rostock geboren, absolvierte er seine theologischen Studien in Göttingen, hatte dort „einen freieren Standpunkt erhalten“ und war von 1786 bis zu seinem Tod 1827 Pastor in Walkendorf bei Gnoien. mehr....

Hofball zu Doberan14. Auf dem Weg in die Neuzeit

Nach der Französischen Revolution von 1789 braute sich am westlichen Horizont Gefahr auch für die norddeutschen Territorialstaaten zusammen, und der Herzog war schützenden Bündnissen nicht abgeneigt. So wurden im Jahre 1791 in Ludwigslust glänzende Feste mit illustren Gästen gefeiert. Zu den Anwesenden zählten König Gustav III. von Schweden, der nach Aachen ins Bad reisen wollte, der österreichische Feldherr Friedrich Josias aus dem Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld, der soeben siegreich aus dem Türkenkrieg zurückgekehrt war, ferner Monsignore Capara, päpstlicher Nuntius in Wien. Wesentlicher Inhalt dieser Zusammenkunft war die Erörterung der politischen Lage. mehr....

Theodor Schloepke: Fritz Reuter15. Fritz Reuter

Das eigentliche Fundament zur mecklenburgischen Identität der Neuzeit hat Fritz Reuter gelegt. Sein Werk ist in seiner Tiefgründigkeit durchaus mit Gottfried Keller, Theodor Storm und in mancher Hinsicht auch mit Theodor Fontane zu vergleichen. In diesem Werk fanden sich die Mecklenburger wieder, und auf diesen Erfahrungen bauten sie Selbstverständnis und Selbstbewusstsein auf.mehr....

 

Thronsaal im Schweriner Schloss16. Fürstlicher Anspruch und bürgerlicher Fleiß

Das neue Schweriner Schloss, das 1856 feierlich bezogen wurde, ist eine Inszenierung fürstlicher Identitäts- und Selbstdarstellung. Wesentliche Elemente der Baugestaltung gleichen einer Bühnenausstattung. Die Ahnengalerie ist optische Demonstration fürstlichen Machtanspruchs, beruhend auf Kontinuität, halbmythischer Heldenverehrung und Prachtentfaltung. Die Ahnengalerie ist genau berechneter Teil des Schlossprogramms, die vorgetäuschte Rekonstruktion eines Zustandes, der so nie bestanden hatte, denn die Landesfürsten waren nie dazu gekommen, ihre Ahnen auf diese Weise vorzuführen. Der Großherzog ließ also kopieren, erfinden, ergänzen, und es ist schon erstaunlich, welche harmonisch und ästhetisch adäquate Wirkung die „Bühnenausstatter" zustande brachten. mehr....

Haus in Boek17. Soziale Probleme

Das „Heimatgesetz" nach Aufhebung der Leibeigenschaft war unmenschlich. Der Tagelöhner war nun zwar formal frei, er konnte kündigen, aber es konnte ihm auch gekündigt werden. In diesem Fall war er arbeits- und heimatlos. Der aus der Leibeigenschaft Befreite musste in ständiger Angst um „Hüsung", um sein Heimatrecht, leben. Wenn er heiraten, in einem Gutsdorf eine Familie gründen wollte, musste er die Genehmigung des Gutsherrn einholen. Kein Pastor vollzog eine Trauung ohne den „Heimatschein". So wurden legale Heiraten junger Menschen verhindert und „wilde Ehen" die Regel. Uneheliche Mütter gerieten in Schande und wurden ausgegrenzt. Im Jahre 1851 waren in 260 Orten Mecklenburgs infolge des Heiratsverbots ein Drittel aller Geburten unehelich, in 290 Orten sogar die Hälfte, und in 79 Orten waren alle Geburten unehelich. mehr...

Helene von Bülow18. Landeskirchlicher Aufbruch

Im 19. und 20. Jahrhundert war das Christentum sowohl ein stabilisierendes als auch ein veränderndes Element in der Gesellschaft des mecklenburgischen Territorialstaates, wenn auch im Jahre 1885 in den „Mecklenburger Nachrichten“ darüber geklagt wird, dass Mecklenburg im Vergleich zu anderen deutschen Landeskirchen den schlechtesten Kirchenbesuch und die wenigsten Abendmahlsgäste aufweise.mehr...

Richard Wossidlo19. Sammler, Forscher und Maler auf Spurensuche

Den wohl wichtigsten und inhaltsreichsten Beitrag zu mecklenburgischer Identität und Selbstdarstellung leisteten seit dem wsissenschaftsfreundlichen 19.Jahrhundert die fleißigen Forscher und Sammler, die das mecklenburgische Kulturgut aufspürten und seine typengeschichtliche Herkunft erforschten, die es sammelten und in Zusammenhänge stellten, in denen es sich erst so recht entfalten konnte. Angeführt wird diese Gruppe durch den schon erwähnten vielseitig interessierten und versierten bienenfleißigen Archivar Georg Christian Friedrich Lisch, dessen Tätigkeit und Verdienst nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Der von ihm begründete Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde repräsentierte die wirkungsvollste und fruchtbarste Form mecklenburgischer Selbstdarstellung. mehr....

Großherzog Friedrich Franz IV. und Gemahlin20. Von der Monarchie zur Republik

Das Ende des ersten Weltkrieges und die Abdankung des Großherzogs waren eigentlich eine mecklenburgische Katastrophe und bedeuteten den endgültigen Untergang des Ständestaates.

Am 8.November 1918 forderte eine aufgebrachte, von Krieg und Frustration zermürbte Menge den Großherzog zur Abdankung auf. Der Großherzog ging in das Regierungsgebäude, weil er die Aufrührer nicht im Schloss haben wollte. Die Minister traten zurück, um dem Großherzog nicht im Weg zu stehen. Arbeiter der Fokker-Werke klagten über ungenügende Durchführung der Ernährungsgesetze. Der Arbeiter Halle drohte mit Blutvergießen: “Herr Herzog! Unterschreiben Sie! Es geht um Ihren Kopf, um Ihr Leben!" Der Großherzog: "Sie scheinen mir kein Mecklenburger zu sein." "Nein, ich bin Wiener. Man hat jedoch meine Naturalisierung in Mecklenburg nicht anerkennen wollen." mehr...

Gauleiter Friedrich Hildebrandt21. Die Diktatur des Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus machte sich auf den Vormarsch und fand in Mecklenburg bereitwillig Aufnahme.Die NSDAP erhielt 1932 eine knappe absolute Mehrheit, sodass die Einführung der NS-Diktatur 1933 ohne nennenswerten Widerstand vor sich ging. Ein Staatsminister als Verwaltungsbeamter in besonderer Position genügte für ganz Mecklenburg. Am 13.Oktober 1933 wurden die beiden mecklenburgischen Staaten auf Anordnung des Reiches zusammengeschlossen, das zentralistische Prinzip wurde allein bestimmend und die Landes- und Territorialgeschichte mehr und mehr zur Lokalgeschichte. Aus dem relativ eigenständigen Land wurde der Gau Mecklenburg, eine wichtige Ernährungsbasis des Deutschen Reiches. Die Macht lag seit 1934 in den Händen des Reichsstatthalters Friedrich Hildebrandt, der die Befehle des Führers Adolf Hitler ausführte. Vorpommern blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Teil der preußischen Provinz Pommern. mehr....

Sowjetischer Friedhof in Schwerin22. Mecklenburg als sowjetische Besatzungszone

Die sowjetische Besatzungsmacht richtete zunächst das Land Mecklenburg wieder ein, wohl mehr als Gegenmaßnahme zum Zentralismus der NS-Diktatur als zur Wiederbelebung föderalistischer Tradition. Der westlich der Oder gelegene Teil der Provinz Pommern (mit Ausnahme von Stettin) wurde administrativ an Mecklenburg angeschlossen; das Land erhielt den Namen Mecklenburg-Vorpommern. Pommersche Traditionen und Besonderheiten blieben weitgehend unberücksichtigt. Im Zusammenhang mit der Liquidation des Staates Preußen wurde 1947 die Bezeichnung Vorpommern auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht abgeschafft, und die Landesbezeichnung Mecklenburg galt auch für die pommerschen Gebiete.mehr....

Plattenbausiedlung in Neubrandenburg23. Die drei Nordbezirke

Im Jahre 1947 wurde eine neue Landesverfassung in Kraft gesetzt, und im gleichen Jahr erfolgte die Unterstellung des Landes unter die (ost)-deutsche Wirtschaftskommission und somit die Einführung eines zentralistischen Prinzips. Die Politik richtete sich nach einem für die gesamte sowjetische Besatzungszone verbindlichen einheitlichen Themenplan, der nach Gründung der DDR 1949 ohne Schwierigkeiten in die neue zentralistische Regie überführt werden konnte, die ausschließlich in den Händen der SED lag. Im mecklenburgischen Landtag wurden die kommunistisch-zentralistischen Tendenzen vor allem durch Gustav Sobottka, Kurt Bürger und Bernhard Quandt vertreten, die unter dem Deckmantel der Blockpolitik die Alleinherrschaft der SED durchsetzten. mehr...

Brücke über die Elbe24. Vom regionalen Aufbruch zu neuem Föderalismus

Der geographische Begriff Mecklenburg war nach der Verwaltungsreform von 1952 durch Sprachregelung zeitweilig nicht einmal für wissenschaftliche Publikationen erlaubt und wurde durch die Bezeichnung Nordostdeutschland ersetzt.

Innerhalb der DDR-Zeit entwickelte sich in Mecklenburg auf Grund der extremen Ost-West-Abgrenzung eine verordnete Nord-Süd-Integration, die es in diesem Umfang bisher nicht gegeben hatte. Sie führte auch durch eine lebhafte Fluktuation aus den Südbezirken der DDR insbesondere in den Großraum Rostock und in den strukturschwachen Bezirk Neubrandenburg zu neuen Familienbeziehungen. Eine wesentliche Rolle spielte dabei auch der durchdifferenzierte NVA-Standort Mecklenburg mit seinen großen Militärsiedlungen. Erklärtes Ziel aller aufstiegswilligen Mecklenburger war jedoch ein Arbeitsplatz und Wohnsitz in Berlin. Auch diese Verschiebung geographischer Achsen führte zu langanhaltenden Prägungen und Verwerfungen.mehr...

25.Zeittafel
26.Literaturverzeichnis
Schloss Schwerin

Klicken Sie auf das nebenstehende Bild, und Sie lernen das Schweriner Schloss kennen.

zurück 
zu Büchertisch
Wolfgang Amadés Erben