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Die Heiligen Drei Könige stärken den Kaiser
Der Besitz der Dreikönigsreliquien sollte das Kaisertum Friedrich Barbarossa stärken. Wer die Könige aus dem Morgenland, die das göttliche Kind selbst gesehen hatte, auf seiner Seite hatte, war allen anderen überlegen und konnte seinen Herrschaftsanspruch gewissermaßen von Gott selbst herleiten.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs 476 war die Kaisertradition im Westen zunächst abgerissen. Die oströmischen Kaiser erhoben den Anspruch auf die Herrschaft im gesamten Römischen Reich. Die Kaiserkrönung des Frankenkönigs Karls des Großen am Weihnachtstag des Jahres 800 in Rom aber war praktisch die Wiederherstellung des (West-)Römischen Reichs. Die Heiligsprechung Karls des Großen unter Kaiser Friedrich Barbarossa war eine weitere sakrale Untermauerung des europäischen Kaisertums. Die Kaiserwürde gilt als von Gott verliehen. Das Ritual der Kaiserkrönung zielt auf eine priestergleiche Stellung und Bedeutung des Kaisers.
Die Dreikönigsreliquien, die in Mailand nur eine lokale Bedeutung hatten, erhielten durch den kaiserlichen Kanzler Rainald von Dassel eine völlig neue, eine politische Deutung. Sie wurden zu einem Fundament des europäischen Kaisertums, zu Garanten des kaiserlichen Gottesgnadentums.
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