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Warum Gertrud von le Fort?
Die Literatur von Gertrud von le Fort hat es in der Gegenwart nicht eben leicht. Die Reaktionen auf ihr Werk reichen von herablassendem Belächeln über aggressive Gegenpositionen und unreflektierte Akzeptanz bis zum redlichen Interpretationsbemühen. Die zwar begrenzte aber doch latente Präsenz auf der Literaturbühne wird gelegentlich als konfessioneller Wettbewerbsvorteil denunziert und die Dichterin selbst mit den Attributen katholisch, metaphysisch und transzendent bedacht und somit eine Hürde errichtet oder ein exklusives Wir-Gefühl angeboten.
Diese Einschätzung jedoch hat die Grenze ihres Geltungsbezirkes erreicht und will überschritten werden, um neue Aspekte zu erschließen und den Anschluss an die Gesellschaft der Gegenwart und ihre Bedürfnisse zu ermöglichen. Spätestens an dieser Stelle aber erhebt sich die Frage, ob das Werk der Gertrud von le Fort wirklich und wesentlich zu den Bedürfnissen der Gegenwart gehört oder ob hier Rückwärtsgewandte oder Vergangenheitssüchtige ihre Maßstäbe mit Nachdruck tradieren wollen und sich als Lehrmeister für die nächste Generation aufdrängen. Diese Frage wird sich daran entscheiden, welche Beziehung der moderne Leser zu den le Fort-Texten findet, ob Voraussetzungen geschaffen werden können, diese Texte überhaupt zugänglich zu machen und ob eine unaufdringliche, behutsame literaturpädagogische Begleitung entwickelt werden kann. weiter
veröffentlicht am 25.Januar 2012
Tanz in der Schlinge

Die Schweriner Kunsthistorikerin, Schriftstellerin und Publizistin Renate Krüger (geb. 1934) erinnert sich an ihre Kindheit, Jugend und erste Berufstätigkeit. Krieg und Nachkrieg bestimmten den Alltag. Und dann kam „real exisitierende Sozialismus“ in der DDR mit seinen neuen und doch sattsam bekannten Mustern. Erlebte Zeitgeschichte in der nordöstlichen Randsituation… Der alltägliche Totalitarismus…
Wer in zwei Diktaturen aufwuchs und erwachsen wurde, dem kann das Leben schon wie ein Tanz in der Schlinge vorkommen. Dass dies dennoch ein Tanz voller Schwung wurde, zu dem Mut, Witz und nicht zuletzt auch viel Vertrauen zu Gott und den Menschen gehörten – das vermittelt dieses sehr persönliche Buch anschaulich und lebendig. Es geht nicht um Empörung und Anlage, sondern um die Vermittlung eines Lebensgefühls, um prägende Kräfte und wachsende Entscheidungsfähigkeit, um die vielen kleinen Begebenheiten, die so viel aussagen können und so schnell in Vergessenheit geraten.
Ursula Ringer, Berlin
Renate Krüger TANZ IN DER SCHLINGE. Ein autobiographischer Rückblick KLECKS VERLAG 2011 ISBN 978-3-942884-12-9 Neubearbeitung und Erweiterung des 1997 im Ansgar-Verlag Hamburg erschienenen gleichnamigen Titels
zum Büchertisch
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